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Krankenversicherung

Die Krankenversicherung generell

Die Krankenversicherung ist mit Abstand das wichtigste Thema, um das sich Grenzpendler und Wanderarbeitnehmer die umziehen sofort nach Arbeitsaufnahme in einem anderen Land kümmern müssen.

Im folgenden werden diese Themen beschrieben

Krankenversicherung in Dänemark

In Dänemark gibt es eine öffentliche, steuerfinanzierte Krankenversicherung , so dass grundsätzlich alle Bürger Anspruch auf kostenlose ärztliche Behandlung sowie Krankenhausbehandlung haben.
Es stehen zwei Krankenversicherungsgruppen zur Auswahl, und zwar Gruppe 1, in der man einem bestimmten Hausarzt zugeordnet ist. Für die Behandlung durch Fachärzte ist eine Überweisung des praktischen Arztes erforderlich, und die Behandlung ist kostenlos. Versicherten der Gruppe 2 steht die freie Ärzte- und Fachärztewahl zu, wobei die Versicherten dieser Gruppe jedoch für einen Teil der Kosten selbst aufkommen müssen.

Die Krankenhausbehandlung ist bei beiden Gruppen kostenlos.

Alle erhalten zunächst eine kostenlose Versichertenkarte als Dokumentation dafür, dass sie Anspruch auf Leistungen der Krankenversicherung haben. Die Karte muss deshalb im Behandlungsfall immer mitgebracht werden.
Wenn man seine Versichertenkarte verliert oder sie beschädigt wird, ist eine Gebühr zu entrichten. In besonderen Fällen, z. B. bei Namensänderungen bei Heirat oder Wohnortwechsel, kann der Ersatz jedoch kostenlos sein.

Um eine neue Karte zu erhalten, kann man sich an die Kommune wenden, oder sie im Internet bestellen  unter www.borger.dk 

Krankenversicherung in Deutschland

In Deutschland gilt eine generelle Krankenversicherungspflicht für alle.
In Deutschland gibt es eine gesetzliche Krankenversicherung, in der alle Arbeitnehmer pflichtversichert sind, deren Einkommen unter der Jahresarbeitsentgeltgrenze (JEG)  liegt. Die aktuelle Grenze finden Sie unter „Sätze und Zahlen“.

In Deutschland zahlt man Beiträge an die Krankenversicherung, und zwar nach dem Prinzip, dass, wer viel verdient, auch viel an Beiträgen zahlt, während derjenige, der wenig verdient, wenig an Beiträgen zahlt.

Die aktuellen Beitragssätze für die Krankenversicherung finden Sie unter „Sätze und Zahlen“.Beiträge werden jedoch höchsten berechnet bis zur jeweils gültigen Beitragsbemessungsgrenze (Siehe „Sätze und Zahlen“).

In Deutschland kann man zwischen den verschiedenen gesetzlichen Krankenkassen frei wählen. 
Liegt das Jahreseinkommen über der Jahresarbeitsengeltgrenze, muss man wählen, ob man sich freiwillig  gesetzlich versichern oder zu einer privaten Krankenversicherung wechseln möchte .

Die gesetzliche Krankenversicherung in Deutschland stellt eine Krankenversichertenkarte aus, die meist mit der blauen europäischen Karte EHIC (European Health Insurance Card) kombiniert ist.

Ist man privat versichert, erhält man keine Versichertenkarte. Man erhält eine Rechnung, die man bezahlt und rechnet anschließend mit seiner Versicherung ab. Private Arztrechnungen enthalten in Deutschland ein mehrfaches dessen, was mit einer gesetzlichen Krankenkasse abgerechnet wird.

Fast alle Ärzte und Kliniken in Deutschland rechnen sowohl privat als auch gesetzlich ab. In Deutschland herrscht freie Arztwahl, auch bei den Fachärzten. Der Zugang zum Facharzt ist auch ohne Überweisung möglich. 

Krankenversicherung für Grenzpendler

Von Dänemark nach Deutschland
Grenzpendler mit Wohnsitz in Dänemark sind in Deutschland versichert.
Grenzpendler mit Wohnsitz in Dänemark müssen ihrer Wohnsitzkommune den Vordruck E106 (oder PD S 1), ausgestellt von der deutschen, gesetzlichen  Krankenkasse,vorlegen.
Auf dem Vordruck wird bescheinigt, dass man in Deutschland sozialversichert ist. Aufgrund dessen erhält man in Dänemark Sachleistungen, als ob man in der Kommune versichert ist.

Im Krankheitsfall muss dem Arbeitgeber und der Krankenkasse innerhalb von drei Tagen eine ärztliche Krankmeldung vorgelegt.
Bei Unterlassen verwirkt man seinen Anspruch auf Lohnfortzahlung und Krankengeld.. In diesem Falle ist es oft sinnvoll, einen deutschen Arzt aufzusuchen.

Der Arbeitgeber zahlt in den ersten sechs Krankheitswochen Lohn.

Danach übernimmt die Krankenkasse die Auszahlung. Das Krankengeld macht 70 % des erzielten durchschnittlichen Bruttogehaltes der letzten 12 Monate aus, kann 90 % des Nettogehalts jedoch nicht übersteigen.

Dänische Pendler erhalten eine normale Versichertenkarte, meist kombiniert mit der blauen EHIC. Die deutsche Karte gilt nur in Deutschland, die Blaue gilt weder in Deutschland noch in Dänemark. Aufgrund des eingereichten E 106 (PD S 1), den nur gesetzlich Versicherte erhalten, kann man sich des dänischen Systems bedienen, wie man es gewohnt ist. Die Kommune muss alle Sachleistungen erbringen, jedoch keine Geldleistungen. 

VORSICHT: Es gibt einige Pendler, die aufgrund ihres Einkommens, das über der Jahresarbeitsentgeltgrenze liegt,  beschlossen haben, gar nicht versichert zu sein. Diese Pendler müssen ihre Arztrechnungen privat bezahlen und erhalten auch kein Krankengeld, wenn die Arbeitgeberperiode der Lohnfortzahlung abgelaufen ist. Prinzipiell haben sie auch keinen Anspruch auf Sachleistungen in Dänemark. Zur Zeit, Stand Ende 2015, erhält dennoch jeder in Dänemark wohnende eine Versichertenkarte, da  die Gesetzgebung keine andere Regelung zulässt. Diese Karte gilt nur in Dänemark. Man ist trotz der Karte NICHT in Dänemark versichert.

Deutsche Beamte, die nach Dänemark umziehen, dürfen auf keinen Fall ihre private Krankenversicherung kündigen. Sie haben prinzipiell keinen Anspruch auf Sachleistungsaushilfe in Dänemark, da sie keinen E 106 (PD S 1) vorlegen können. Beamte sind grundsätzlich in dem Land versichert, in dem sie Beamter sind, egal wo sie die Arbeit ausführen. 

Von Deutschland nach Dänemark
Grenzpendler mit Wohnsitz in Deutschland, die ausschließlich in Dänemark beschäftigt sind, sind in der Regel in der dänischen Kommune des Arbeitgebers krankenversichert.

Man beantragt über die Internetseite  www.borger.dk   den Vordruck E106 (PD S 1), der dann bei der gesetzlichen Krankenkasse in Deutschland einzureichen ist. Der Grenzpendler erhält dann ebenfalls eine dänische Versichertenkarte, die den Titel „Det særlige sundhedskort“ trägt.
Diese Karte muss regelmäßig erneuert werden.

Mit dieser Versichertenkarte in der Hand ist man krankenversichert, als wenn man in Dänemark wohnte. Sie können auch selbst entscheiden, ob Sie Patient der Gruppe 1 oder 2 sein möchten. Den Unterschied entnehmen Sie bitte dem ersten Abschnitt dieses Textes, doch sind Grenzpendler fast immer in der Gruppe 1 versichert..
Gleichzeitig erhält man eine deutsche .Mit der deutschen Karte erhält man alle Leistungen, als ob man bei dieser Kasse versichert wäre. D.h., alle Sachleistungen, aber keine Geldleistungen.

Hat man Familienmitglieder, die nach deutschem Recht familienversichert wären, werden diese über die dänische Versicherung des Grenzpendlers weiterhin familienversichert.

Bei Arbeitsunfähigkeit wegen Krankheit unterliegt man  als Grenzgänger den dänischen Regeln. Im Krankheitsfall ist die sofortige Benachrichtigung des Arbeitgebers sehr wichtig. Bei Unterlassen verwirkt man seinen Anspruch auf Krankengeld. Eine ärztliche Bescheinigung ist unüblich. Verlangt sie der Arbeitgeber, muss er die Kosten tragen.

Üblicherweise verwendete Dokumente:

E 106 (oder PD S1). Nachweis der Krankenversicherung im Arbeitsland, abzugeben bei der Krankenversicherung im Wohnland.

E 108: Abmeldung des E 106 durch das Arbeitsland.

Det særlige sundhedskort: Krankenversicherungskarte, berechtigt zu Leistungen Dänemark.

Gesundheitskarte: Krankenversichrungskarte in Deutschland, berechtigt zu allgemeinen Leistungen in Deutschland.

EHIC / Die blaue Karte / det blå kort: Eurpäische Krankenversichertenkarte, gilt nicht in Dänemark und nicht in Deutschland.



 

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