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Kindergeld / Børne- og ungeydelse


Zwei Broschüren, die das Thema Kindergeld und Børne- og ungeydelse ausführlich erklären, können hier  heruntergeladen werden. 

Das Kindergeld wird in Deutschland aufgrund des Einkommenssteuergesetzes gezahlt, in Ausnahmefällen aufgrund des Bundeskindergeldgesetzes. 

In Dänemark wird ”børne- og ungeydelse” aufgrund der ”Bekendtgørelse af lov om en børne- og ungeydelse” gezahlt. Hier hat es zum 01.01.2012 eine Gesetzesänderung gegeben. Dieses besagt, dass der Berechtigte frühestens nach ½ Jahr Beschäftigung (gilt z.B. für Grenzpendler) oder ½  Jahr Wohnsitz Dänemark (z.B. bei Übersiedlern) Anspruch auf 25% der vollen børne- und ungeydelse hat. Dieses steigert sich nach 1 Jahr auf 50 %, nach 1½ Jahren auf 75% und nach 2 Jahren hat man dann den vollen Anspruch erworben.  

In Dänemark wird das Kinder quartalsweise gestaffelt nach Lebensalter gezahlt bis das Kind 18 ist.

In Deutschland kann Kindergeld bis zum 25. Lebensjahr gezahlt werden, wenn sich das Kind über das 18. Lebensjahr hinaus in Ausbildung befindet. Es wird ein fester monatlicher Betrag gezahlt.

Bei Grenzgängern richtet sich die Zahlung grundsätzlich nach der geltenden EU-Verordnung. Diese geht den nationalen Bestimmungen vor. Somit sind Wohn- und/oder Arbeitszeiten in anderen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union anzurechnen. Grenzpendler und Zuzügler nach Dänemark sind im Regelfall nicht von diesen Regeln betroffen, solange sie nicht aus Nicht-Mitgliedstaaten einreisen (z.B. nach mehrjährigem Asien-Aufenthalt).

Dennoch können zusätzlich deutsche oder dänische Regeln greifen, die den Grenzgänger aber niemals schlechter stellen als in der EU-Verordnung vorgesehen. Wichtig ist jedoch, dass der Grenzgänger dem Thema Kindergeld/Børne- og ungeydelse Beachtung schenkt und den Sachverhalt abklären lässt.

Grundsatz: Vorrangig zahlt der Beschäftigungsstaat das Kindergeld, es sei denn, der andere Elternteil ist Arbeitnehmer oder Selbständiger im Wohnland der Kinder. Im letzteren Fall zahlt der Wohnstaat der Kinder vorrangig. Arbeitnehmer ist auch, wer Elterngeld, Arbeitslosengeld, Krankengeld oder Verletztengeld erhält.

Prioritätsregeln bei Wohnort Deutschland 

1. Fall: Es existiert nur ein Elternteil, da der andere Elternteil verstorben oder unbekannten Aufenthaltes ist oder aber, es arbeiten beide Elternteile in Dänemark. In diesem Falle ist Dänemark vorrangig zuständig, Deutschland zahlt einen eventuelle Differenzbetrag.

2. Fall: Ein Elternteil arbeitet in Dänemark, der andere Elternteil ist in Deutschland nicht beschäftigt. In diesem Falle  ist Dänemark vorrangig zuständig, Deutschland muss lediglich eine eventuelle Differenz tragen.

3. Fall: Ein Elternteil arbeitet in Dänemark, der andere ist in Deutschland  beschäftigt oder selbständig Hier besteht ein Doppelanspruch, diesmal ist jedoch Deutschland als Wohnland der Kinder vorrangig zuständig. Dänemark muss jetzt eine eventuelle Differenz zahlen.

Achtung: Minijobber sind Arbeitnehmer, wenn der Minijob zu mindestens 8 Stunden in der Woche ausgeführt wird. Die 8 Stunden entsprechen deutscher Verwaltungspraxis, sie sind nirgends festgelegt; das europäische Recht verlangt eine Einzelfallprüfung. Eine Stundenzahl ist nicht festgelegt, der Minijob darf jedoch nicht von „unwesentlichem“ Umfang sein.

Prioritätsregeln bei Wohnort Dänemark

4. Fall: Es existiert nur ein Elternteil, da der andere Elternteil verstorben oder unbekannten Aufenthaltes ist oder aber, es arbeiten beide Elternteile in Deutschland. In diesem Falle ist Deutschland vorrangig zuständig. Dänemark ist  nachrangig zuständig. 

5. Fall: Ein Elternteil arbeitet in Deutschland, der andere Elternteil ist in Dänemark nicht beschäftigt. In diesem Falle  ist Deutschland vorrangig zuständig, Dänemark muss lediglich eine eventuelle Differenz tragen.

6. Fall: Ein Elternteil arbeitet in Deutschland, der andere ist in Dänemark beschäftigt. Hier besteht ein Doppelanspruch, diesmal ist jedoch Dänemark als Wohnland vorrangig zuständig. Deutschland muss jetzt eine eventuelle Differenz zahlen.

Grundsätzlich gilt bei Differenzzahlungen, dass dies für Dänemark nur bei unter Zweijährigen relevant ist, da ansonsten die deutschen Leistungen immer höher sind.

Kindergeld für über 18-jährige

In Dänemark gibt es keine Leistungen für Kinder, die das 18. Lebensjahr vollendet haben. Bei grenzüberschreitenden Sachverhalten, bei denen Deutschland verpflichtet ist, Differenzkindergeld, amtssprachlich „Teilkindergeld“, zu zahlen, entspricht diese Differenz dann dem Gesamtbetrag des Kindegeldes

Zuständige Behörden

Zuständige Stelle in Dänemark

Udbetaling Danmark, Børne- og Ungeydelse, tel.:+45 70 12 80 62

www.borger.dk 

Eine persönliche Vorsprache ist in Dänemark bei der Behörde nicht mehr möglich.


Zuständige Stelle in Deutschland

Familienkasse Bayern Nord (Kein Schreibfehler)
Solgerstr.1
90429 Nürnberg
Deutschland

Tel.: Aus Deutschland: 0180 1 546337 (kostenpflichtig, Achtung: Servicecenter)

Telefonnummer aus dem Ausland +49 911 12031010

www.familienkasse.de

Verfahren der Antragsstellung 

Auszug aus Artikel 60 der Verordnung 987/2009 EU, die sogenannte Durchführungsverordnung

(2)Der .... in Anspruch genommene Träger prüft den Antrag anhand der detaillierten Angaben des Antragstellers und berücksichtigt dabei die gesamten tatsächlichen und rechtlichen Umstände, die die familiäre Situation des Antragstellersausmachen.

Kommt dieser Träger zu dem Schluss, dass seine Rechtsvorschriften nach Artikel 68 Absätze 1 und 2 der Grundverordnungprioritär anzuwenden sind, so zahlt er die Familienleistungen nach den von ihm angewandten Rechtsvorschriften.

Ist dieser Träger der Meinung, dass aufgrund der Rechtsvorschriften eines anderen Mitgliedstaats ein Anspruch auf einen Unterschiedsbetrag nach Artikel 68 Absatz 2 der Grundverordnung bestehen könnte, so übermittelt er den Antrag unverzüglich dem zuständigen Träger des anderen Mitgliedstaats und informiert die betreffende Person; außerdem unterrichtet er denTräger des anderen Mitgliedstaats darüber, wie er über den Antrag entschieden hat und in welcher Höhe Familienleistungen gezahlt wurden.

(3)Kommt der Träger, bei dem der Antrag gestellt wurde, zudem Schluss, dass seine Rechtsvorschriften zwar anwendbar, aber nach Artikel 68 Absätze 1 und 2 der Grundverordnung nicht prioritär anwendbar sind, so trifft er unverzüglich eine vorläufige Entscheidung über die anzuwendenden Prioritätsregeln, leitet den Antrag nach Artikel 68 Absatz 3 der Grundverordnung an denTräger des anderen Mitgliedstaats weiter und informiert auch den Antragsteller darüber. Dieser Träger nimmt innerhalb einer Frist von zwei Monaten zu der vorläufigen Entscheidung Stellung.

Falls der Träger, an den der Antrag weitergeleitet wurde, nicht innerhalb von zwei Monaten nach Eingang des Antrags Stellung nimmt, wird die oben genannte vorläufige Entscheidung anwendbar und zahlt dieser Träger die in seinen Rechtsvorschriften vorgesehenen Leistungen und informiert den Träger, an den der Antrag gerichtet war, über die Höhe der gezahlten Leistungen.

(4)Sind sich die betreffenden Träger nicht einig, welche Rechtsvorschriften prioritär anwendbar sind, so gilt Artikel 6 Absätze 2 bis 5 der Durchführungsverordnung. Zu diesem Zweckist der in Artikel 6 Absatz 2 der Durchführungsverordnung genannte Träger des Wohnorts der Träger des Wohnorts des Kindes oder der Kinder.

(5)Der Träger, der eine vorläufige Leistungszahlung vorgenommen hat, die höher ist als der letztlich zu seinen Lastengehende Betrag, kann den zu viel gezahlten Betrag nach dem Verfahren des Artikels 73 der Durchführungsverordnung vom vorrangig zuständigen Träger zurückfordern.

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